Wenn Sie heute Ihre IP-Adresse überprüfen, sehen Sie möglicherweise eine bekannte Folge von vier Zahlen wie 192.168.1.1. Dies ist eine IPv4-Adresse. Möglicherweise sehen Sie aber auch eine viel längere, komplexe Zeichenfolge mit Buchstaben und Zahlen, etwa 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334. Das ist eine IPv6-Adresse. Warum gibt es zwei verschiedene Typen und warum setzt sich IPv6 durch?
Das Problem mit IPv4
IPv4 (Internet Protocol Version 4) wurde in den frühen 1980er Jahren entwickelt. Es verwendet einen 32-Bit-Adressraum, was bedeutet, dass es maximal etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen unterstützen kann. In den 1980er Jahren schien das eine unendliche Menge zu sein. Niemand hat vorausgesagt, dass irgendwann jeder Mensch ein Smartphone, einen Computer, einen Smart-TV und mit dem Internet verbundene Glühbirnen haben würde.
Im Jahr 2011 gingen der globalen Registry offiziell die neuen, nicht zugewiesenen IPv4-Adressen aus. ISPs mussten clevere Tricks (wie NAT) anwenden, um eine einzige öffentliche IP-Adresse zwischen mehreren Haushalten zu teilen, nur um das Internet am Laufen zu halten.
Geben Sie IPv6 ein
IPv6 wurde entwickelt, um dieses Erschöpfungsproblem zu lösen. Statt 32 Bit werden 128 Bit verwendet. Diese massive Erweiterung bedeutet, dass IPv6 etwa 340 Undezillionen Adressen bereitstellen kann (das sind 340 gefolgt von 36 Nullen). Um das ins rechte Licht zu rücken: Es gibt genügend IPv6-Adressen, um jedem einzelnen Atom auf der Erdoberfläche eine zuzuweisen.
Warum IPv6 besser ist
IPv6 gibt uns nicht nur mehr Adressen, sondern bringt auch mehrere technische Verbesserungen mit sich:
- Kein NAT mehr: Bei IPv4 nutzt Ihr Router Network Address Translation (NAT), um alle Ihre Heimgeräte hinter einer öffentlichen IP zu verstecken. Mit IPv6 kann jedes Gerät in Ihrem Zuhause eine eigene, eindeutige, global routbare öffentliche IP-Adresse haben, wodurch Peer-to-Peer-Verbindungen (wie Online-Gaming und VoIP) viel schneller und zuverlässiger werden.
- Integrierte Sicherheit: IPv6 wurde mit integriertem IPsec (Internet Protocol Security) entwickelt, das eine End-to-End-Verschlüsselung und Authentifizierung bietet und das Abfangen von Daten erheblich erschwert.
- Effizienteres Routing: Die Struktur von IPv6 erleichtert Routern die Verarbeitung von Paketen, was theoretisch zu einem insgesamt schnelleren Interneterlebnis führen kann.
Der Übergang ist langsam, aber unvermeidlich. Sie müssen für das Upgrade nichts tun – Ihr ISP und Ihre Geräte erledigen das automatisch im Hintergrund!
