Sind Sie schon einmal an einem Café vorbeigegangen und haben auf Ihrem Telefon plötzlich eine Push-Benachrichtigung erhalten, in der Ihnen 10 % Rabatt angeboten werden? Oder Ihr intelligenter Thermostat schaltet die Heizung automatisch herunter, wenn Sie Ihr Haus verlassen. Diese „magischen“ Momente werden durch eine Technologie namens Geofencing ermöglicht.
Was ist ein Geofence?
Ein Geofence ist ein virtueller Umkreis für ein reales geografisches Gebiet. Stellen Sie sich das wie einen unsichtbaren digitalen Zaun vor, der auf einer Karte um einen bestimmten Ort herum gezeichnet wird, etwa ein Einzelhandelsgeschäft, eine Schule oder ein Viertel. Wenn ein mobiles Gerät mit einer bestimmten App diese Grenze betritt oder verlässt, löst es eine Aktion aus.
Wie funktioniert die Technologie?
Geofencing verlässt sich in hohem Maße auf Ortungsdienste, um zu bestimmen, wo sich das Gerät relativ zum virtuellen Zaun befindet. Es nutzt drei Haupttechnologien:
- GPS: Am genauesten, aber der Akku entlädt sich schnell, wenn es ständig eingeschaltet bleibt. Es wird häufig für große Geofences verwendet (z. B. beim Betreten einer Stadt).
- Wi-Fi und Mobilfunk-Triangulation: Weniger genau als GPS, aber viel batterieeffizienter. Das Telefon pingt Mobilfunkmasten in der Nähe an, um eine ungefähre Standortschätzung zu erhalten und festzustellen, ob sich das Gerät in der Nähe des Zauns befindet.
- Bluetooth-Beacons: Für Mikro-Geofencing (z. B. um zu wissen, in welchem Gang Sie sich in einem Lebensmittelgeschäft befinden) platzieren Geschäfte kleine Bluetooth-Sender auf Regalen. Wenn auf Ihrem Telefon Bluetooth aktiviert und die App des Stores installiert ist, erkennt die App das Beacon, wenn Sie sich ihm nähern.
Anwendungsfälle für Geofencing
Geofencing ist heute überall. Liefer-Apps nutzen es, um Restaurants zu benachrichtigen, wenn ein Fahrer eine Meile entfernt ist, damit das Essen heiß ist, wenn er ankommt. Eltern nutzen es in Familien-Tracking-Apps, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ihr Kind in der Schule ankommt. Rollerverleihfirmen nutzen es, um den Motor des Rollers langsam abzuschalten, wenn ein Benutzer in eine „Fahrverbotszone“ fährt.
Datenschutzbedenken
Damit Geofencing funktioniert, benötigt eine App normalerweise die Erlaubnis, „Immer“ (im Hintergrund) auf Ihren Standort zuzugreifen. Wenn Sie einer Einzelhandels-App diese Berechtigung erteilen, nur um Gutscheine zu erhalten, protokolliert diese App kontinuierlich Ihre Bewegungen im Laufe des Tages und verkauft sie möglicherweise an Datenbroker. Um Ihre Privatsphäre zu schützen, gewähren Sie Apps nur dann „Immer“-Standortzugriff, wenn die Kernfunktion dies unbedingt erfordert (z. B. Navigation oder Smart-Home-Automatisierung).
